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amor - Milchige Tinte

Die Welle ergreift den Körper
Und trägt ihn sanft hinaus

Weiße Gischt umspült die Augenlider
Dann packt sie zu
Und wirbelt ihr Opfer
Herum und herum und herum

In Trance
Gefangen im glühenden Liebestraum
Ist er ohne Gegenwehr
Wie leblos schleudert er auf den Meeresgrund
Unbändige Kräfte pressen ihn in den harten Sand

Die Gedanken verlieren sich im wilden Liebesspiel
Überall zugleich flinke Hände
Über Haar und Brust bis hin zum kitzligen Fuß
Tausende zärtlicher Bisse
Lustvolles Saugen

Der Tintenfisch taucht schnell
Den Fang fest im Griff seiner unzähligen Arme
Hinter den messerscharfen Korallen will er ihn schmoren lassen
Bis das Fleisch so richtig mürbe
Zum Festschmaus ruft

Da ist die grenzenlose Lust seines Opfers entfacht
Geschmeidig entwindet es sich
Jedoch nur um selbst zuzupacken
Und sich unter dem Einsatz seiner ungestümen Lenden zu ergießen

Die Welle ergreift den Körper
Und trägt ihn behutsam zum Strand

Das Funkeln der Sterne spiegelt sich im treibenden Teppich
Aus milchiger Tinte



Don Röschen
















 
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