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[adv_2012] 21. Türchen: Semana Santa (Osterwoche) in Sevilla
 
Esperanza de Triana [zoom]
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Las Cigarreras [zoom]
Los Negritos [zoom]

2001

Die Geheimnisse der Madrugá

0.00. Mitternacht. Karfreitag in Sevilla. Der süße Duft von Orangenblüten und geheimnisvolle Erwartung erfüllen die sternenklare Nachtluft. Eine riesige Menschenmenge hofft darauf, daß sich das Portal der Basilica de la Macarena öffnet. Endlich erscheint die silberne Cruz de Guía – das Leitkreuz, das der größten und längsten Prozession der Semana Santa vorangetragen wird. Die Madrugá - Sevillas magische Nacht kann beginnen.

Gran Poder [zoom]
Gran Poder [zoom]

2002

Goldrausch in Sevilla – Gründonnerstag der Semana Santa

28. März 2002, 15.00: Wir befinden uns im „Rinconcillo“, der ältesten Bar Sevillas, die seit 1670 ununterbrochen in Betrieb ist. Es herrscht festliches Gedränge unter den von der Decke hängenden Pata-Negra-Schinken und jahrhundertealten Sherry-Fässern. Aber etwas ist anders als sonst. Fast alle anwesenden Damen tragen schwarze Kostüme und über dem meist hochgesteckten Haar die Mantilla, den scharzen Schleier aus edler Seidenspitze. Die Herren präsentieren sich in dunklen Anzüge. Es scheint sich um eine riesige Trauergemeinde zu handeln – aber niemand der Herrschaften wirkt traurig. Im Gegenteil: ganz Sevilla ist in freudiger Erwartung und setzt sich in Szene für den höchsten Festtag der Stadt.

Cristo de la Macarena [zoom]
Macarena [zoom]

Macarena [zoom]
Macarena [zoom]

2003

Der Tag der Himmelsköniginnen - Palmsonntag in Sevilla

13. April 2003, 14.00. Ein Sonntagnachmittag in Sevilla. Das Thermometer nähert sich der 30° - Marke und der lichtdurchflutete María-Luisa-Park ist bevölkert mit spielenden Kindern und im Gras sitzenden Großfamilien, die neben Kinderwagen mit Sonnenschirmchen die Reste eines Picknicks vertilgen. Der ganze Park ein Mosaik aus Farben und Düften: flammendrote Schwertlilien, Fächerpalmen, weiß und rosa blühender Oleander, Jasmin und Orangenblüten. Angesichts der fröhlichen Massen in Frühlingsstimmung fühlt man sich an Picassos Werk "Der Frieden" erinnert. Besonderer Trubel herrscht rund um die Plaza de España, wo sich Kinder in Sonntagskleidung in überfüllten Tretbooten im Kanal rund um den Platz Wasserschlachten liefern. Auf den schönen Keramikbänken schwören sich verliebte Paare ewige Treue. Wenn es das Wort "Romantik" noch nicht gäbe, hier und jetzt müsste es dringend erfunden werden.

El Sol [zoom]
El Cachorro [zoom]

El Cachorro [zoom]
El Sol [zoom]

2004

Der Karfreitag in Sevilla – Ein Andalusisches Requiem

15.00 nachmittags am Karfreitag in Sevilla: Die Madrugá, Nacht des sakralen Rausches, ist vorbei und die ganze Stadt taumelt in totaler Erschöpfung. Viele waren ohne Schlaf pausenlos unterwegs, um die sechs großen Prozessionen der heiligen Nacht zu sehen. Sie verstummten beim Anblick des finsteren "Jesus der großen Macht" und jubelten erleichtert den weiblichen Hoffnungsträgerinnen, Esperanza Macarena und Esperanza de Triana, zu. Doch die religiösen Bruderschaften gönnen Sevilla nur eine kurze Pause.

Los Servitas [zoom]
Los Servitas [zoom]

Carmen Doloroso [zoom]
Cristo de Burgos [zoom]

2005

Die Passion in Sevilla: Der "Heilige Mittwoch"

21.00 in der Calle San Vicente: Überraschend schnell ist die Nacht hereingebrochen und an den Palästen und Häusern des aristokratischen Stadtviertels San Vicente leuchten die alten Laternen auf. Eine würdige Kulisse für die feierliche Prozession der "Siete Palabras" - der Bruderschaft der Sieben Worte Jesu, die bereits im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Wie Nachtgespenster nähern sich die weiß gekleideten Nazarenos durch die dunkle Gasse und lautlos schiebt sich - immer heller glitzernd - der silberne Paso des Kreuz tragenden Christus heran.

Exaltación [zoom]
Exaltación [zoom]

Bruderschaft [zoom]
La Hiniesta [zoom]

2006

Zwischen strahlendem Barock und düsterer Mystik – Der "Heilige Montag" der Karwoche in Sevilla

¡Goooool! Der Ball knallt zwischen zwei zierlichen Orangenbäumen, die das provisorische Tor bilden, gegen eine weiße Wand, gefolgt vom mehrstimmigen Jubel. Danach ist der Ball leider nicht mehr einsatzfähig, denn es handelt sich um eine angefaulte Orange, die beim Aufprall zerspringt. Aber es liegen ja noch jede Menge Bälle in dieser abgesehen vom Kindergeschrei ruhigen Gasse des Barrio León im andalusischen Sevilla. Dieses Viertel entstand in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts und war lange wie ein Dorf vor den Toren der Stadt, bis es mit Triana, der Sevillaner Altstadt auf der "falschen" Flußseite zusammen wuchs. Bis heute hat sich dieser dörfliche Charakter erhalten: kleine, zweigeschossige Häuser in engen Alleen voller Orangenbäume, die leider schon verblüht sind. Auf dem Boden hunderte von Bitterorangen, die entweder zu Bällen oder Marmelade werden.

El Amor [zoom]
La Hiniesta [zoom]

San Benito [zoom]
Santa Cruz [zoom]

2007

Es ist vollbracht: Der Karsamstag in Sevilla

Kupferfarben fließt das Licht der schon tief stehenden Abendsonne vom westlichen Ufer des Guadalquivir durch die engen Häuserschluchten und blendet Fahrer und Fußgänger. Viel zu schnell dröhnt ein Motorrad von der Plaza del Duque Richtung Ufer, will unbedingt noch durchkommen bevor die Straße gesperrt wird. Der bullige, rücksichtslose Fahrer trägt ein T-Shirt der Tottenham Hotspurs. Als er abbiegen will, lenkt ein kreischendes Geräusch, das wie eine Kreissäge in die Gehörgänge fährt, alle Blicke auf die Straßenecke, wo in diesem Moment der englische Fußballfan samt seinem Fahrzeug krachend auf dem Asphalt landet. Unfallursache war weniger die blendende Sonne, als vielmehr buntes Wachs.

Christus der drei Stürze [zoom]
El Cachorro [zoom]


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